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4. Coburger Literaturtage - "Coburg liest!"

Viele Literaturpreisträger, Lesungen, Filmnacht, Live-Hörspiel - „Coburg liest!“ geht in die vierte Runde



Ein Roman-Marathon mit Annette Pehnt, Thomas Glavinic, Nadja Einzmann und Clemens Meyer steht neben einem Live-Hörspiel, der Filmnacht sowie einem Sachbuchabend mit Rainer Schmitz auf dem Programm der vierten Coburger Literaturtage, die unter dem Namen „Coburg liest!“ vom 20. bis zum 26. April 2007 stattfinden werden. Das gaben die Initiatoren der Literaturtage bekannt, die mit der Buchhandlung Riemann, dem Coburger Literaturkreis, der Volkshochschule, Literaturkritiker Martin Droschke, Journalistin Karin Benning und dem Lehrer, Uni-Dozenten und Publizisten Dr. Reinhard Heinritz den diesjährigen Organisationskreis bilden.

© Brigitte Friedrich

Wie auch in den vergangenen Jahren schon Bestandteil der Coburger Literaturtage, wird der Roman-Marathon den Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe bilden. Er beginnt am Freitag, 20. April 2007 um 19 Uhr im Andromedasaal der Landesbibliothek mit Lesungen von Annette Pehnt und Thomas Glavinic. Die Siegerin des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 2002 ist eine Spezialistin für die Randbezirke der Gesellschaft, die Lebenswelten jenseits des Glücks. Ihr jüngster Roman “Haus der Schildkröten” erzählt in quälender Präzision über die Lebensrealität in einem Altersheim.
Der österreichische Autor Thomas Glavinic - 2002 mit dem Friedrich-Glauser-Krimipreis und 2006 mit dem Österreichischen Förderungspreis für Literatur ausgezeichnet - lässt in “Die Arbeit der Nacht” seinen Protagonisten eines Morgens aufwachen und feststellen, dass er der einzige verbliebene Mensch auf der ganzen Welt ist.

© Jörg Steinmetz

Seine Fortsetzung findet der Roman-Marathon um 21 Uhr in der Reithalle, wo Nadja Enzmann und Clemens Meyer aus ihren Büchern “Dies und das und das” sowie “Als wir träumten” lesen werden. In “Dies und das und das” schlüpft Nadja Enzmann, die 2002 den Georg-K.-Glaser-Förderpreis erhielt - in die Rolle einer Protokollantin. Sie hat zwei Jahre lang die unterschiedlichsten Menschen nach ihrer Kindheit befragt und 31 Lebenswege dokumentiert. Clemens Meyer, eben mit dem Clemens-Brentano-Preis ausgezeichnet, beschreibt in seinem Epos “Als wir träumten” eine verlorene Generation, die über Nacht aus der sozialen Sicherheit des Realsozialismus herausgefallene Leipziger Jugend der Wendezeit.

Mit einer bisher nicht in Coburg vorgestellten Literaturform setzen die Literaturtage ihr Programm am Samstag, 21. April 2007 fort. Um 20 Uhr bietet das DJ Hörspiel Ensemble, bestehend aus Franz Dobler und Hubl Greiner, im Kino 9 des Utopolis “Hörspiel live!”. Der Ausgangspunkt dieser Hörspielperformance, die die ästhetische Revolution von Radiokünstlern wie Blixa Bargeld und F. M. Einheit fortsetzt, ist der Krimi „Das große Umlegen“ von Dashiel Hammett, gelesen von Katharina Thalbach und Wiglaf Droste. Erzählt wird nicht die Geschichte im eigentlichen Sinn, vielmehr werden Ausschnitte daraus immer wieder unterbrochen, verfremdet, vermischt, zerstückelt und neu geordnet. Die daraus entstehenden Klangstrukturen werden unerschrocken collagiert mit elektronischer Musik und anderen Musikarten, menschlichen Stimmen oder Naturgeräuschen zu einem Heer neuer unerhörter "Musik". Hubl Greiner ist Kopf der einst stilprägenden Avantgarde-Band “The Blech”und kann auf weltweite Tourneen und Konzerte auf Kunstfestivals wie der Documenta zurückblicken, Franz Dobler ist unter anderem Autor der Johnny-Cash-Biografie “The Beast in Me” und schrieb in den achtziger Jahren mit “Tollwut” einen Klassiker der Underground-Literatur.


© Timm Kölln

Am Montag, 23. April 2007 laden für 20 Uhr Schüler der Gymnasien Albertinum und Casimirianum zu einer von ihnen organisierten Lesung mit dem Berliner Autor Steffen Popp. Er ist das Aushängeschild einer Szene, die die tradierten Formen und großen Themen der deutschen Literatur an die Anforderungen der globalisierten Gegenwart anbindet. Sein Roman “Ohrenberg oder der Weg dorthin” wurde von der Schweizer “Weltwoche” als “eines der verstiegendsten, fantastischsten und kühnsten Debüts, das man in letzter Zeit entdecken konnte”, bezeichnet.
Fester Bestandteil von “Coburg liest!” ist die Filmnacht, die diesmal am Dienstag, 24. April 2007 um 20.15 Uhr im Utopolis Paul Schraders 1985 entstandenen Film “Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln” aufbietet.

© Wolf Heider-Sawall

Im Festsaal des Münchner Hofbräu finden die Literaturtage am Donnerstag, 26. April 2007 um 20 Uhr mit einer Lesung von Rainer Schmitz aus seinem Buch “Was geschah mit Schillers Schädel?” ihren Abschluss. 25 Jahre sammelte Schmitz, Kultur-Redakteur des Magazins Focus, bereits “Alles, was Sie über Literatur nicht wissen”. Sein unterhaltsames Lexikon sorgte beim Erscheinen für Begeisterung und tiefsinniges Schmunzeln und hat speziell Antworten auf Fragen parat, von denen man gar nicht wusste, dass man sie stellen konnte.



Kartenvorverkauf

Kombikarte gültig für alle Veranstaltungen (außer Filmnacht) und Karten für einzelne Veranstaltungen erhältlich in der

Buchhandlung RIEMANN
Markt 9
96450 Coburg
0 95 61/80 87-0
www.riemann.de




Weitere Informationen zu den 4. Coburger Literaturtagen
finden Sie unter

Künstlerportraits

Dagmar Ohrndorf
Ulrich Köditz
Christian Rösner
Wolfgang Männling
Barbara Fuchs
Adrian Arthur Senger
Wieland Prechtl

Autorenportraits

Achim Wagner
Nora-Eugenie Gomringer
Ines Beatrix Brückle
Friederike Schmöe
Wolfgang Brunsch

Komponistenportraits

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Helmut Bieler
Franz Möckl
Horst Lohse

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