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Kunstsammlungen der Veste Coburg


Die Veste Coburg, auch die „Fränkische Krone“ genannt, erhebt sich mit ihren gewaltigen Mauern und Türmen hoch über der Stadt. Ihre Entstehung fällt in die staufische Zeit, einen kulturellen Höhepunkt erlebte sie im 15. bis 16. Jahrhundert unter den sächsisch-thüringischen Wettinern. Erst 1920 kam Coburg zu Bayern, die Kunstsammlungen der Veste Coburg in den Besitz der Coburger Landesstiftung. Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts begann man, die Festung allmählich in ein Museum zu verwandeln.

Nach einer grundlegenden Sanierung und Restaurierung durch das Staatliche Hochbauamt Bamberg, Dienststelle Coburg, im Auftrag der Bayerischen Schlösserverwaltung kann der Fürstenbau in der Gestalt, die ihm Bodo Ebhardt zwischen 1910 und 1924 als Wohnung des letzen regierenden Herzogs von Sachsen-Coburg und Gotha verliehen hat, am 16.März 2008 wiedereröffnet werden. Die Appartements stellen ein Pasticcio dar aus erhaltener Originalsubstanz, stilvoll nachempfundenen Raumfassungen spätmittelalterlicher und Renaissanceprägung sowie Schöpfungen mit Anklängen von Neorokoko und Jugendstil.
Die Kunstsammlungen präsentieren dort Sammlungsbestände, die teilweise erstmals zu sehen sind, wie zum Beispiel die so genannte "Türkenbeute" von Prinz Friedrich Josias oder eine opulente Auswahl aus dem Münzkabinett.


Die verliebte Alte, Werkstatt Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553), Ölmalerei auf Holz

Drei Sammlungsbestände begründen die internationale Bedeutung der Kunstsammlungen der Veste Coburg: das Kupferstichkabinett mit einer Graphiksammlung von ca. 350.000 Blatt, die Glassammlung mit mehr als 4.000 Gefäßen und die Historische Waffensammlung mit ca. 10.000 Objekten und einer Rüstkammer des 16. bis 17. Jahrhunderts.
Die berühmte Sammlung des frühen venezianischen Glases und das neuere Kunsthandwerk des 16. bis 19. Jahrhunderts werden im Carl-Eduard-Bau präsentiert.
Die Steinerne Kemenate enthält eine bedeutende Schausammlung mit Kunst und Kunsthandwerk vornehmlich des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit, darunter ritterliche Turnierwaffen, über 20 Gemälde von Lucas Cranach, Werke der altdeutschen Malerei (Dürer, Grünewald, Holbein, Burgkmair u.a.) und unter den Skulpturen die weltberühmte Pietà aus Scheuerfeld, eines der frühesten Bildwerke dieses Typus.

Zu nennen wären ferner das „Hedwigsglas“ mit seltenem islamischen Glashochschnitt aus dem 10. bis 11. Jahrhundert, das sich im Besitz Martin Luthers befand, und der älteste vollständig erhaltene eiserne Ofen aus den Jahren nach 1500 sowie das ottonische Elfenbeinrelief aus der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts im Buchdeckel des Gandersheimer Evangeliars. Von besonderem Interesse unter den historischen Räumen sind die Lutherzimmer, in denen der Reformator 1530 ein halbes Jahr gelebt hat, und das prachtvolle Jagdintarsienzimmer, eine wohl 1632 vollendete und vollständig holzvertäfelte Prunkstube, außerdem die Große Hofstube, der 1504 fertiggestellte Festsaal der Veste Coburg, in dessen lichtdurchfluteter Weite sich bereits das Wohngefühl der beginnenden deutschen Renaissance erahnen lässt.

Prunkwagen, um 1560, benutzt zur zweiten Hochzeit von Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg mit Margarethe von Braunschweig-Lüneburg (1599)

Weitere Glanzstücke sind die beiden ältesten noch funktionsfähigen Kutschen der Welt (16. Jh.), die Reihe der barocken Carousselschlitten im Herzoginbau, in dem sich auch die außergewöhnlich reichhaltige Rüstkammer und die Jagdwaffensammlung befindet.

Die ständigen Ausstellungen werden laufend durch Sonderausstellungen ergänzt. Neben Katalogen und Sammlungsführern steht ein Audioguide in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung, ebenso ein Höhrführer speziell für Kinder.


Kunstsammlungen der Veste Coburg

Veste Coburg
96450 Coburg
0 95 61/8 79-0, Info -79
0 95 61/8 79-66
sekretariat@kunstsammlungen-coburg.de
www.kunstsammlungen-coburg.de

Öffnungszeiten

23. März - 6. November: täglich 10-17 Uhr
7. November - 20. März: Di-So 13-16 Uhr (außer montags)
Kupferstichkabinett nur nach Vereinbarung
Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet
24., 25. und 31. Dezember geschlossen

Führungen

April - Oktober: Sa, So und feiertags, jeweils um 14 Uhr
weitere Führungen (auch fremdsprachige) sind nach telefonischer Voranmeldung möglich!

Publikation

Kunstsammlungen der Veste Coburg. Die Schausammlungen, hrsg. v. Klaus Weschenfelder. (= Reihe Museumsstück). Berlin u. München 2004. ISBN 3-422-06505-9. (115 Abb.).

Veranstaltungen

18.05.2008
Internationaler Museumstag - Museen und gesellschaftlicher Wandel, 10-17 Uhr
Gefunden - geerbt - gesammelt
"Schätze mit Fragezeichen"
jeweils an einem Donnerstag von 17-20 Uhr (genaue Termine sind der Tagespresse und der Homepage zu entnehmen)