NaturKunstRaum Neubürg - LandArt im Landkreis Bayreuth„Die Neubürg“ nennen die Menschen am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz ihren monumentalen Monolithen, diesen markanten, heute weitgehend baumfreien Tafelberg, dessen ausladendes Gipfelplateau allseits von steilen Hängen begrenzt wird und seine Umgebung um durchschnittlich 80 Meter überragt. Seit der Romantik ist für die Neubürg aber auch der Name Wonnebürg überliefert, und die Ortsnamensforschung meinte, „Wonne“ vom Gott Wotan herleiten und so den Berg als bedeutenden germanischen Kultplatz ausweisen zu können. Allerdings existieren weder vom Berg selbst noch aus der näheren Umgebung germanische Funde. Fakt ist allerdings, dass seit Urzeiten schon Menschen auf der mythenumrankten Anhöhe lebten: Funde von Heimatforschern auf den Ackerflächen geben Hinweise auf Siedlungsreste bis in die späte Jungsteinzeit.  Seit Mai 2003 ist die Neubürg nun ein internationaler Kunstraum, oder besser gesagt ein NaturKunstRaum: In einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb hat eine Jury zehn Arbeiten von Künstlern aus ganz Deutschland, der Schweiz und Frankreich ausgewählt, die sich intensiv mit der Landschaft und der besonderen Atmosphäre der Neubürg auseinandergesetzt haben. Das Projekt der Regionalen Entwicklungsgesellschaft „Rund um die Neubürg - Fränkische Schweiz" und der Entwicklungsagentur im Landratsamt Bayreuth basiert auf der Kunstbewegung LandArt, die die Beziehung von Mensch und Natur aufzeigen und durch das Wahrnehmen von Natur und Landschaft die Auseinandersetzung mit dem Kulturraum fördern will.
 |  |  | | "Lebensrad" von Wolfgang Pietschmann |
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So ist nun die Neubürg nicht nur eine Kulisse für zehn gegenständliche Kunstwerke geworden. Die Installationen, geformt aus natürlichen, heimischen Materialien, integrieren sich vielmehr in die Natur, werden von ihr verändert und kehren irgendwann in ihren Kreislauf zurück. Deshalb sollten die Werke, deren Standorte von den Künstlern, Kommunalpolitikern, Bürgern, dem Denkmalschutz und der Naturschutzbehörde gemeinsam ausgewählt wurden, die markante Silhouette des Berges nicht verändern. Das Plateau wurde für weithin sichtbare Skulpturen ausgespart, die „kein aufdringlicher Schmuck“, sondern „sensible Impulse, um mit der Kunst die Natur zu entdecken“, sein sollen. So befinden sich die Objekte denn auch ausschließlich entlang bestehender Pfade und sind teilweise erst bei genauerem Hinsehen erkennbar. Der NaturKunstRaum Neubürg soll das Bewusstsein des Betrachters schärfen: Was ist Natur, was vom Menschen geschaffen, was ist Kunst.
 Folgende Künstler stellen auf der Neubürg aus:
Beat Breitenstein, Ins/Schweiz; Carlotta Brunetti, Berlin; Ernst Hingerl, Pettenreuth;
Axel Luther, Bayreuth; Uwe Mädger, Bremen; Jean-Michel Moraud, Quaix-en-Chartreuse/Frankreich; Wolfgang Pietschmann, Treppendorf; Roger Rigorth, Heydenmühle; Christof Roßner, Schlema; Angelika Summa, Würzburg
Publikation: NaturKunstRaum Neubürg. LandArt im Landkreis Bayreuth, hrsg. v. der Regionalen Entwicklungsgesellschaft "Rund um die Neubürg- Fränkische Schweiz" und dem Landkreis Bayreuth. Bayreuth 2003. [Projekt-begleitender Katalog]  |