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Richard-Wagner-Museum im Haus Wahnfried

Geschichte

Hier, wo mein Wähnen Frieden fand, Wahnfried, sei dieses Haus von mir benannt."
So lautet der Taufspruch, den Richard Wagner auf drei Feldern an der Vorderseite seines Bayreuther Wohnhauses eingravieren ließ. Wagner verlieh so seiner Überzeugung Ausdruck, hier in Bayreuth die Erfüllung seines Lebens gefunden zu haben.

Im Jahre 1872 übersiedelte Wagner von Tribschen bei Luzern am Vierwaldstätter See in der Schweiz nach Bayreuth. Hier sollte er endlich, nach einem stürmischen Leben mit vielen Kämpfen, Rückschlägen und Enttäuschungen, seinen Lebenstraum in die Tat umsetzen können.

Am 22. Mai 1872, wurde auf dem Grünen Hügel nördlich von Bayreuth der Grundstein zu seinem eigenen Theater, dem Festspielhaus, gelegt. Mit der Uraufführung des gesamten "Ring des Nibelungen" 1876 hatte er sich endlich vom großstädtischen Repertoire-Theater befreien können. Auch konnte er hier im abgelegenen Bayreuth seine Festspiele aus der Routine und der Selbstgefälligkeit des großstädtischen Kulturbetriebes herauslösen.

In Bayreuth entstanden die Festspiele als Wagners Alternative zum Theater seiner Zeit. Bayreuth war gedacht als demokratisches Kunstfest, bei dem sich die Freunde von Wagners Kunst in sommerlicher Unbeschwertheit und frei von den Sorgen und Lasten des Alltags versammeln sollten. Es folgte jedoch die Erstarrung in konservativem Traditionalismus, die ideologische Verbrämung von Richard Wagner und seinem Werk und seine unselige Erhebung zur chauvinistischen Manifestation des sogenannten "deutschen Geistes". Erst das neue Bayreuth konnte ab 1951 wieder an die ästhetischen Essenzen von Richard Wagners Kunstwerk anknüpfen.

Innenräume

Das Haus Wahnfried, ein Geschenk des königlichen Gönners Ludwigs II. von Bayern, wurde 1872 begonnen, 1874 fertiggestellt und von Wagner mit seiner Familie bezogen. Wagner lebte hier von 1874 bis zu seinem Tod in Venedig am 13. Februar 1883. Im Garten befindet sich die Grabstätte Richard und Cosima Wagners.

Die "Halle" - der Mittelpunkt des Hauses

Den Mittelpunkt des Hauses bilden die beiden rekonstruierten Haupträume, die "Halle" und der "Saal", letzterer mit der großen, rund 2.500 Bände umfassenden Bibliothek Richard Wagners. Außerdem befindet sich hier auch Richard Wagners Wahnfried-Flügel, den er aus Anlass der ersten Festspiele 1876 von der Firma Steinway in New York als Geschenk erhielt, und auf dem bei seinen Besuchen in Wahnfried auch sein Schwiegervater Franz Liszt spielte.

Die haushohe Halle bildete den eigentlichen Empfangs- und Repräsentationsraum. An ihn grenzten das Speisezimmer und Cosimas "Lila Salon". Die Privatzimmer befanden sich in den Räumen des Obergeschosses, Ankleide- und Badezimmer in den Räumen des Zwischengeschosses.

Richard-Wagner-Stiftung

Der Anbau an der linken Seite des Hauses Wahnfried ist das sogenannte Siegfried-Wagner-Haus. Dieser Bau wurde in den dreißiger Jahren durch einen Verbindungsbau dem Haus Wahnfried angegliedert. Bis zu ihrem Tode 1980 lebte hier Winifred Wagner, die Frau von Richard Wagners Sohn Siegfried. Im Krieg wurde das Haus Wahnfried durch den Einschlag einer Fliegerbrandbombe am 5. April 1945 von der Gartenseite in den Saal zur Hälfte zerstört. Die Familie Wagner bewohnte das Haus Wahnfried bis zum Tode Wieland Wagners, des ältesten Enkels Richard Wagners, im Jahre 1966.

Im Jahre 1973 wurde die Richard-Wagner-Stiftung gegründet, deren Aufgabe die Verwaltung und Pflege des Erbes Richard Wagners ist. Die Familie schenkte das Haus Wahnfried der Stadt Bayreuth und man beschloss, zum hundertjährigen Jubiläum der Festspiele im Jahre 1976 hier ein Richard-Wagner-Museum einzurichten. Von 1974 bis 1976 wurde das Haus Wahnfried unter Rekonstruktion seiner Gartenseite im originalgetreuen Zustand wieder aufgebaut und das Richard-Wagner-Museum eröffnet. Angegliedert ist das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung mit Forschungsstätte, weltweit das größte Wagner-Archiv und Zentrum der Wagner-Forschung.

Museum

In den Räumen des Ober- und Zwischengeschosses befindet sich die ständige Ausstellung des Museums mit reichhaltigen Bild-, Text- und Notendokumenten zum Leben und Werk Richard Wagners und zur Geschichte der Bayreuther Festspiele. Im Keller befindet sich eine Vielzahl originaler, beleuchteter Bühnenbildmodelle von historischen Bayreuther Aufführungen. Im Erdgeschoss finden Sonder- und Wechselausstellungen statt. Weiterhin verfügt das Museum noch über einen Videoraum, in welchem Aufzeichnungen von Festspielinszenierungen und Dokumentarfilme zu sehen sind, sowie ein Kabinett mit Kitsch, Kuriosa und Kostbarkeiten rund um Wagner. Schließlich befindet sich im Saal ein hochwertiges Sechskanal-Audiosystem, das das Herzstück des beliebten "Klingenden Museums" darstellt.

Richard-Wagner-Museum im Haus Wahnfried

Richard-Wagner-Str. 48
95444 Bayreuth
09 21/7 57 28 16
09 21/7 57 28 22
info@wagnermuseum.de
www.wagnermuseum.de

Öffnungszeiten

April - Oktober: täglich 9-17 Uhr, Di und Do bis 20 Uhr
November - März: täglich 10-17 Uhr
am 24. Dezember geschlossen
am 31. Dezember: geöffnet 10-14 Uhr
am 1. Januar: geöffnet 13-17 Uhr

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