| Gröne, Friedrich "Stilleben mit Scherben und Fragmenten deuten auf Trauer um vergangene Schönheit hin. Menschenleere, verödete Häuser lassen schwermütige Zukunftsvisionen aufkommen. In reduzierten Sujets wird tote Natur koloristisch, vor allem in nuancierten Grautönen, dargestellt. Obwohl die Motive kraftvoll erscheinen, vermitteln sie immer aufs neue, offen oder auch nur andeutungsweise, ihre Verwundbarkeit, den vorprogrammierten Verfall, den unentrinnbaren Untergang.
Malerei wird für Gröne, den Außenseiter, zur philosophischen Weltbetrachtung und zugleich musikalischen Manier im Bildnerischen."
Peter Zitzmann in: Friedrich Gröne. Malerei und Graphik, 1990, o. S. "Friedrich Gröne, der trotz seiner internationalen Erfolge seiner oberfränkischen Heimat treu geblieben ist, braucht den Blick durchs Fenster nicht, um seine Motive zu finden. Er schöpft sie aus sich selbst, indem er sich ganz dem Unbewußten öffnet. Deshalb fällt es nicht leicht, Grönes Bilder interpretatorisch zu fixieren. Ähnlich den Träumen verweigern sie das Eindeutige, auch wenn sie zunächst Variationen eines unverkennbaren Themas gleichen. Torsi, die unheilschwanger und doch unzerstörbar in ihrer Harmonie vor seltsam kahlen Landschaften stehen, wo alles sich Regende und Veränderbare gewichen scheint; öde Krater und fahle Gestirne, die in einem bedrohenden Weltraum Vereinsamung ausdrücken; und Stilleben, deren Scherben und zerbrochene Gefäße die Trauer um Verlorene Schönheit inkarnieren.
Es liegt nahe, in diesen Bildern eine Parallele zur expressionistischen Lyrik zu sehen, zu Georg Trakls schwermütigen Visionen kommenden Verfalls oder Georg Heyms Gedichten unentrinnbaren Untergangs. Doch in gleichem Maß, in dem die Torsi Gröne als Chriffren der Dekadenz gelten mögen, kann man in ihnen auch Signale eines untilgbaren Daseinsglaubens erkennen. Denn was immer vorausgegangen sein mag - diese Gestalten sind auch in ihrer Unvollkommenheit noch vollkommen. Ihre Schönheit hat überdauert so wie der verloschene Vulkan offenbart, daß die Gefahr überstanden ist."
Christl Frank, Friedrich Gröne - Trauer um vergangene Schönheit, in: Festspiel-Nachrichten, 1977, o. S. "Kalte statische Motive in ausgefeilter Technik lassen schon von weitem die Handschrift von Friedrich Gröne erkennen."
Gero von Billerbeck in: Nordbayerischer Kurier vom 5. August 1976. "Friedrich Gröne ist das absolute Gegenteil eines Effekthaschers. Er verzichtet auf nahezu alle sich anbietenden Mittel für einen leicht errungenen Publikumserfolg. ... Der Künstler macht es sich und dem Betrachter schwer, im Interesse einer ehrlichen, höchst persönlichen Aussage, die auf alles glitzernde Beiwerk verzichtet. Er reduziert seine Aussage auf das für ihn Wichtige. ... Archaische Welt oder pessimistische Zukunftsvision - Vergänglichkeit und Trauer. Mit imponierender Konsequenz verfolgt Gröne diesen Themenkreis."
Hans Neubauer in: Fränkischer Tag vom 23. Oktober 1975. "In den Weltuntergang und in die Entstehung einer neuen Welt hinein führen die torsohaften, archaischen Gebilde von Friedrich Gröne - Vorweltwesen im werden und Zerfall voll motivischen Eigenlebens ... "
Joachim Klippel in: Bayerische Rundschau vom 12. Juni 1974.
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