| Gröne-Trux, Barbara "Hohe malerische Kultur und altmeisterliches Können kennzeichnen die außergewöhnliche und durchgängige Qualität der Bilder von Barbara Gröne-Trux, so auch ihrer Aquarelle, von denen eine seltsame Magie ausstrahlt. ... Als 'irritierend und spannend', 'verstörend fremd und zugleich anziehend' charakterisiert die professionelle Kunstkritik diese Bilder, in denen Landschaft sich zum Weltbild, zu einem ganz persönlichen noch dazu, weitet. 'Es gilt von einem Grenzland zu berichten', konstatiert Michael Becker, 'einem Land, das irgendwo in einer fernen Vergangenheit oder Zukunft liegt. Oder vielleicht auch in einer nur anderen Gegenwart'.
Bei aller Nuancierung und Transparenz der Farbe und bei aller Präzision der Form ist mehr Imagination statt Imitation angestrebt."
Peter J. Osswald am 26. März 2000 anläßlich der Vernissage im Alten Rathaus, Bayreuth. "Diese Bilder sprechen ein Sprache, deren Bau nicht dem Alltäglichen und deren Inhalt nicht dem allgemein Üblichen entspricht. Trotzdem besitzen die Bilder einen Grad an Realität, die Kraft einer Wirklichkeit, die glaubhaft machen, daß Gesehenes und Erlebtes dahinter steht und hier sichtbar wird. Wittgenstein nennt es einmal das Unaussprechliche, das sich zeigt. Die Künstlerin äußert sich im Gespräch mit einem Kritiker einfach: 'Meine Darstellungsweise soll sehr real sein, der Inhalt dagegen ist reine Phantasie, ist meine Innenwelt, in die ich mich zurückziehe.' ...
Die Reise ins Innere des Selbst und damit ins Innere allen Selbstseins führt bei Barbara Gröne-Trux zu einer Weltschau, deren hermetische Positionen und deren rückwärts gewandten Erkenntnisse für mich fest gegeben sind. Wie im Orakel, dessen Sinn in uns liegt, also unter der Ebene und vor der Zeit, wo wir es stellen, dessen von uns erwartete Bedeutung aber unsere Zukunft klären soll steht es jedem Betrachter frei die Bilder der Malerin als Mahnung oder als Drohung, als Erinnnerung an vergangenes Geschehen oder als Mentekel des Kommenden zu lesen. ...
Die Künstlerin hält sich und uns einen strengen Spiegel vor, der uns eher Befriedigung mit dem Gewesenen als Hoffnung auf das Kommende erlaubt. Die magische Kraft ihrer Bildwelt und die malerische Kultur ihrer Handschrift schenken uns dennoch die Freude einer Kunst von hoher Qualität."
Gerhard Mammel in: Barbara Gröne-Trux. Landschaften, 1983, o. S. "Landschaft verändert sich mit und ohne Eingriff des Menschen, sie lebt. Unter diesem Aspekt der Betrachtung sind viele Bilder von Barbara Gröne-Trux wie Lehrstücke. Nicht die tote Materie ist Basis, sondern das sich Erhebende, das Entstandene, der gewachsene Fels, der bereits wieder den Kräften der Erosion ausgesetzt ist. In einer mitunter bühnenhaften Inszenierung verarbeitet die Künstlerin ihre Erfahrungen vor Ort. Im Süden Spaniens wie an zahlreichen Plätzen, die uns wunderbare Landschaften bieten, sind aber auch andere Erfahrungen zu machen: Der Umgang des Menschen mit diesen Gegebenheiten. Es existiert die Haltung unbedingten Respekts wie die Position der Rigorosität. Die Ausbeuter hinterlassen ihre Spuren mit Rücksicht auf das eigene Interesse. ...
Das machen die Landschaften von Barbara Gröne-Trux vor allem deutlich: sie fordern den Respekt des Betrachters vor dem, was sich ereignet hat und seine Betroffenheit gegenüber dem, was sich ereignen könnte. ...
Die Bilder von Barbara Gröne-Trux sind auf eigenartige Weise belebt, auch dann, wenn die Menschen abwesend sind. Sichtbar sind die Spuren. Spuren, die wichtige menschliche Tätigkeiten bezeichnen. Die momentane Abwesenheit ist bedrückend. Da der Betrachter aber über ihre Hüllen die Existenz der Menschen spürt, empfindert er eine eher neugierige Zuwendung. ...
Gebäude sind für die Künstlerin auch eine tragfähige Hülle, um auf die Diskrepanz zwischen Altem und Neuem hinzuweisen. Ein Haus, das mit der Landschaft lebt, unterscheidet sich deutlich von dem, das nur noch ein Gehäuse darstellte, eine tote Hülle. Barbara Gröne-Trux betrachtet das sehr wehmütig und verbindet damit die Frage nach Menschlichkeit."
Johann Schuierer in: Barbara Gröne-Trux. Malerei und Graphik, 1993, o. S.  |