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Adrian Arthur Senger

Harmonisch und zweckfrei schön

"Kein anderer Künstler der Umgebung hat hier eine größere Präsenz als Adrian Senger", meinte Professor Eugen Gomringer bei der Eröffnung der Ausstellung im Rosenthal-Theater Selb. "Sengers künstlerische Fruchtbarkeit ist ein Phänomen", erklärte Gomringer und würdigte vor allem die Tatsache, dass trotz der "Redundanz im Schaffen" kein Überdruss am Künstler Senger entstanden sei, im Gegenteil: "Die Fülle macht uns nicht gleichgültig, sondern interessierter."
Das mag nicht zuletzt an den Motiven liegen: Der Schwerpunkt der ausgestellten Werke liegt bei den Landschaftsbildern. Zu jeder Jahreszeit und aus allen Blickwinkeln hat Adrian Senger die oberfränkische Szenerie festgehalten. Meistens wählte er dazu die Technik des Aquarells, "eine Kunst, flüchtigen Eindrücken Dauer zu verleihen", so Gomringer, der betonte, Senger sei "ein Meister in seinem Handwerk und darin, Schönes zu konservieren."
(...) Sengers Bilder, fuhr Gomringer fort, seien "Sinnbilder der großen Naturzusammenhänge" und stellten "Erinnerungen an die in den Dingen liegenden Möglichkeiten" dar. Diese Sicht der Dinge erinnere fast schon an Platons Ideenlehre, bei der die Menschen ihre Welt nicht direkt, sondern nur als projizierte Abbilder der Wirklichkeit wahrnehmen.
Die ausgestellten Arbeiten spiegeln die künstlerische Vielschichtigkeit Sengers wider und unterstreichen, dass er meisterhaft sein Handwerk beherrscht. Gerade die Aquarelltechnik, die so leicht und hingehuscht wirkt, erfordert besonders präzisen Umgang mit dem Pinsel. (...)
Katrin Lyda am 13. Dezember 2005 anläßlich der Ausstellungseröffnung im Rosenthal-Theater Selb.

Ein internationaler Franke

Für einen Überblick über Adrian A. Sengers Lebenswerk ist die Kassenhalle der Sparkasse Fichtelgebirge in Marktredwitz zu klein, doch dass der Künstler aus Schwarzenbach/Saale nicht nur seine berühmten Landschaftsaquarelle gemalt hat, wurde den gut 130 Vernissage-Gästen schnell klar.
(...) Besonders die Kopien von Geldscheinentwürfen ziehen die Blicke auf sich mit ihren streng parallele schwingenden Kurven-Linien und den vertrauten Motiven aus D-Mark-Zeiten. Die dabei benutzte Schön-Widerdruck-Technik reizte Senger, die Liniengeflechte aus ihrem Geldschein-Umfeld zu lösen, zu vergrößern und auf durchsichtige Materialien oder auf Bilder zu übertragen. Das Ergebnis ist als verspielte, abstrakte Geometrie in der Kassenhalle zu besichtigen.
Mit Plastiken hat sich Senger neuerdings die dritte Dimension erobert. Vorerst experimentiert er noch mit Modellen aus Kunststoff oder Metall, die als Abfall aus der heimischen Industrie stammen, doch könnte daraus "Kunst am Bau" werden.
Zu besichtigen ist auch ein kleines räumliches Modell des Serenadenhofs der Hofer Symphoniker-Musikschule, den Senger fröhlich und märchenhaft ausgemalt hat - wie viele andere Wände in Schulen, Kindergärten, öffentlichen Gebäuden. Buchillustrationen lyrischer oder grafisch-fachlicher Art runden den Einblick in sein Werk ab. Der ist freilich nicht komplett ohne einen Blick auf die Aquarelle, die mit ihrem großzügigen Schwung als Gegenpol zur strengen Grafik-Pinselei entstanden sein müssen. Die sengerschen Himmel-Landschaften faszinieren dabei mindestens ebenso wie die leicht abstrahierten Bäume, Felder und Gewässer darunter, die in ihrer statischen Komposition der zeitlose Pol sind zur Bewegung von Luft und Wolken mit ihren Licht- und Farbspielen. Die Himmel halten vorüberströmende Stimmungsmomente fest über unverrückbarer Landschaft. (...)
Bärbel Lüneberg am 5. Dezember 2002 anläßlich der Ausstellungseröffnung in der Sparkasse Fichtelgebirge in Marktredwitz.

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