| Krueger, Axel "Das ganze Werk von Axel Krueger, wie es sich insbesondere in den letzten zehn Jahren darstellt, ist als ein breites Spektrum des rein bildnerischen Stils eigener Entwicklung, eigenen Erlebens aufzufassen. Aber auch das "Verbot des Inhalts", wie es noch Anfang des Jahrhunderts Künstler sich selbst gegenüber fordern konnten, ist durch die reiche Differenzierung des bildnerischen Stils überschritten, und es stehen ihm Inhalte von Innen- und Außenwelt in fast nicht zu unterscheidender Herkunft zur Verfügung. Ob Axel Krueger lithographiert oder aquarelliert, was er in jüngster Zeit vorzieht, Stil und Inhalt haben sich in immer neuen Symbiosen gefunden, so daß von Mal zu Mal faszinierende Erscheinungen vor des Betrachters Augen entstehen.
Im Stil des Künstlers haben sich selbst über die bedeutsame Hinwendung von der Lithographie zur Aquarelltechnik keine entsprechende Wandlung inhaltlicher Art ergeben, was als Zeichen dafür hingenommen werden kann, daß Inhalte sich in ihm gefestigt haben, daß sie vorhanden sind. ...
Es [die Aquarelltechnik] ist ein Stil der Kleinteiligkeit, der vielen Formen, der dichten Verquickung, der reichen Tiefenwirkungen aufgrund vielfacher Überlagerungen. Es ist ein Stil der hohen Konzentration auf das Detail, die jedoch immer das Ganze im Auge behalten muß. Die Transparenz der Aquarellmalerei aber kommt den erstrebten Tiefenwirkungen sehr entgegen."
Eugen Gomringer: Der rein bildnerische Stil. In: Krueger,1997, S. 5-6. "Krueger malt also große Flächen nicht in wenigen impulsiven Bahnen, sondern er arbeitet sich Strich um Strich in den Flächen vor, und zwar mit einem fast unpassend feinen Pinsel. Er malt - das ist das Unübliche -, als müßte er lasierend, d. h. deckend malen, bis er die Flächen so dicht und makellos vor sich hat, wie sie sein müssen. Dabei läßt er dennoch Zufall und Ereignis walten, nur baut er so etwas quasi im Detail in das tiefschichtige Werk mit ein.
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Man wird meist die Mitte-Betonung vorfinden. Es ist ein Anliegen Kruegers, Inhalt in dieser Form als Inhalt des Denkens und Empfindens zu fixieren bzw. of auch nur anzudeuten. Titel können verständlicherweise solchen Vorgängen nicht mitgegeben werden. Diese Last und Lust überläßt der Künstler dem Betrachter, von dem ebenso selbstverständlich eine sinnlich-besinnliche Gegenleistung erwartet wird und auch belohnt wird."
Eugen Gomringer im März 1995 anläßlich der Ausstellungseröffnung im Rosenthal-Theater Selb.  |