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Häfner, Guido

"Die Inspirationsquelle der Brüder Häfner scheint unerschöpflich. Seit zehn Jahren lassen sich die beiden Künstler von den Texten des Romantikers E.T.A. Hoffmann anregen.
Hirnbirn, Peregrinus, Gemaneh, Röschen ... - den Figuren, die in den phantastischen Erzählungen des Romantikers leben, haben die Schlaifhausener Johannes (40) und Guido (33) Häfner ein unverwechselbares Aussehen verliehen.
Der ältere der beiden Brüder ist Maler, Grafiker, und EDV-Spezialist, der jüngere Plastiker und Möbeldesigner.
All diese Ausdrucksformen haben die beiden genutzt, um in der Auseinandersetzung mit Hoffmans Werk Gesellschaftskritik zu betreiben.
Programmatisch kommt diese Kritik auch im Namen ihres 1991 gegründeten Verlags zum Ausdruck: dem ICHverlag. Mit ihren archetypischen Figuren wie dem Königskasper oder der Olimpia wollen die beiden Künstler zu einer Kommunikation anregen, die die persönlichen, sinnlichen Bedürfnisse weckt. Das Ichnogramm (ichnos, griechisch: die Fährte) der Brüder will zur subjektiven Seite des Betrachters führen; die Figuren widersprechen den Verhältnissen, die uns umgeben: dem Leben in einer 'strukturiert verwalteten Masse.' (Johannes Häfner).
In Stahlplastiken, Computergrafiken, Büchern und Malereien haben die Häfners in zehn Jahren rund 600 Werke geschaffen; sie sind in Museen und Messen in ganz Deutschland vertreten.
1999 startete der ICHverlag sein Weltenbürger-Projekt. Ausgangspunkt bildete die Faksimilierung von E.T.A. Hoffmanns 'Meister Floh'. Dieses Projekt sei das 'erste multimediale Kunstwerk des Verlages', sagt Johannes Häfner. Es verbinde Literatur, bildende Kunst, Film, Technik und Internet-Performance 'zu einem Gesamtkunstwerk des 21. Jahrhunderts.'"
Ekkehard Roepert in: Fränkischer Tag vom 31. Juli 2001.

"Bereits vor dem Haus begrüßt den Besucher der 'Große Hirnbirn', mit der Kettensäge aus dem Pappelholz geschnitten. Da guckt einen ein aufmüpfiger junger Bursche entgegen, mit dem nach oben gestylten kurzen Haarschopf. Was aber wie eine Knollennase aussieht, ist eine Grubenlampe, die in Oberfranken - wo die Häfner-Brüder herstammen - Hirnbirn heißt. Ihm ähnelt drinnen der 'Große Musterknabe' aus pulverbeschichtetem Stahl. Beide Arbeiten hat Guido Häfner geschaffen, der Holz und Stahl als seine Materialien erkannt hat.
'Peregrinus' und 'Röschen', Gestalten aus der Erzählung 'Meister Floh' von E.T.A. Hoffmann, beherrschen das Bild in der Mitte des großen Galerieraumes. Besonders haben es dem jüngeren Häfner die Engel angetan. Alle seine Engel stimmen heiter. 'Wir leben in einer Umwelt der Comics', erklärte Guido Häfner seine Auffassung. Er sieht in den Menschen um sich herum die humorvollen Züge. ...
Im Hofe führte er dann mit der Kettensäge vor, wie bei ihm ein Kunstwerk entsteht. Was einmal ausgesägt ist, das ist weg. 'Das ist Kunst des Moments, da kann ich nichts nachbessern.'"
Elfriede Steyer in: Märkische Allgemeine vom 3. August 2002.

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