| Klos, Erika "Farben erobern als Gefühlsäußerungen den Bildraum und ergreifen Besitz von ihm. Flächen und Linien behaupten sich als autonome künstlerische Ausdrucksmittel und reflektieren Empfindungen und Stimmungen. Das gilt sowohl für die Malerei als auch für die Grafik von Erika Klos. In ihren kraftvollen, ausdrucksstarken Arbeiten seit 1995 verwendet sie eine abstrakte Bildsprache, die nur vereinzelt Rückbezüge auf die gegenständliche Realität zulässt. Tatsächlich steht das Experimentieren mit Farben, Formen und Materialien im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Aussage.
Erika Klos arbeitet bevorzugt in Öl und Acryl, wobei sie durch die Kombination mit außergewöhnlichen Materialien, wie z. B. Teer, Lack, Sand und Asche, eine differenzierte Oberflächenwirkung erreicht. Häufig malt die Künstlerin mehrere Farbschichten übereinander, die sich in großen, scheinbar monochromen Flächen, schmalen Streifen oder breiten Bahnen auf der Leinwand ausbreiten und eine Eigendynamik entwickeln. Zum Teil durchdringen sie sich und weisen ein Vielzahl von Farbnuancen auf, zum Teil sind sie klar voneinander abgesetzt. Transparent wirkende Farbflächen stehen neben deckend , pastos aufgetragenen Farbbahnen. Dadurch entsteht räumliche Tiefe, die zugleich Ausdruck seelischer Befindlichkeit ist. ...
In ihren Arbeiten weist Erika Klos nicht auf eine festgelegte Aussage hin, sondern vermittelt vielmehr eine Fülle von Inhalten und Empfindungen. Sie lässt bewußt verschiedene ikonographische Interpretationsmöglichkeiten zu, was auch an der Titelwahl deutlich wird. Mit ihrer individuell entwickelten abstrakten Bildsprache, die das im Unterbewußtsein Verborgene materialisiert, vermag sie den Betrachter zu fesseln und zu verzaubern."
Aus Anette Reich, Einführung, in: Erika Klos - Malerei und Grafik, 2001, o. S. Erika Klos ist "keineswegs daran interessiert, die Welt mimetisch zu erfassen. Stimmungen aber, ob innerliche oder äußerliche, so wie sie sich in Menschen oder Landschaften ausdrücken, gibt sie ganz genau wieder. So ist der fast kreisrunde Pinselschwung auf dem Bild 'Rhythmusstörung' in der Tat mit einem widerborstigen 'Zacken' versehen, und das durch den Malgestus pulsierende Rot erinnert wohl nicht umsonst an Blut, was dann sogar die höchst handfeste Herzrhythmusstörung nahe legt. ...
Dabei beherrscht die Künstlerin auf solide Weise ihr Handwerk, der Bluff ist ihre Sache nicht. Sie spürt den Gesetzen von Materialien nach wie Bitumen oder Teer, verfolgt Strukturen und kostet sie malerisch oder drucktechnisch aus bis in ihre letzte Verästelung und Ausdünnung. Dem Zufall wird bei dieser Arbeitsweise nur bedingt Tribut gezollt, es scheint vielmehr so, als herrsche in Erika Klos' Arbeiten eine hohe Bewusstheit darüber, wie man diesen lenken kann."
Bad Dürkheimer Zeitung vom 7. März 2001.  |